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Mein(e) Recht(e) als Mama – oder gibt der Klügere nach?

So wie das Mamasein nicht erst mit der Geburt eines Babies beginnt, so beginnen die Ratschläge und Tipps nicht erst mit dieser.
Vorneweg: Sicher meinen es die meisten nicht böse, wollen Hilfe bieten oder wissen es selbst einfach nicht besser.

Aber: Nichts verunsichert eine junge Mama oder junge Familie so sehr wie hunderte vermeintlich gut gemeinte Verbesserungsvorschläge.

Es fängt schon bei der Auswahl von Babyzubehör an:
„Also wir haben damals keinen speziellen Mülleimer gebraucht für Windeln.“
„Ein Baby braucht Liebe, kein tolles Kinderzimmer!“
„Wieso ein Beistellbett, das Kind schläft doch wohl nicht bei euch im Zimmer?“

Geht weiter über die Wahl des Krankenhauses/der Geburt:
„Na, das Kreiskrankenhaus tut es doch auch. Warum denn dann weiter fahren?“
„Eine echte Geburt muss ohne Schmerzmittel ertragen werden.“
„Hausgeburt ist doch viel zu gefährlich, denk an alles, was da passieren könnte!“

Und zieht sich weit über die Geburt hinaus:
„Bist du denn sicher, dass du genug Milch hast? Ist die gut genug?“
„Iss doch selbst erstmal, danach kann ​das Baby dann trinken. Das beruhigt sich schon wieder“
„Fliegen mit einem Halbjährigen? Also wir fahren die nächsten Jahre nur noch an die Ostsee, schadet euch auch nicht.“

Ich habe einfach mal ein paar Beispiele gesammelt, nicht alle habe ich zu hören bekommen, einige habe ich bei Bekannten oder Freunden gehört.

Wieso fühlen sich so viele Menschen dazu berufen, dir ihre Meinung als die Ideallösung zu präsentieren, wenn es um das Thema Nachwuchs geht?

Liegt es in unseren Genen, schließlich war die Erziehung/Aufzucht der Nachkommen bis vor „kurzem“ noch Sache eines ganzen Dorfes? Oder ist es die Neugierde, weil man durch jeden ungefragten Rat, auch eine Antwort erhält, die Einblicke in das Leben der neuen Familie gibt?

Wie aber sollte man reagieren? Ich denke, es gibt keine allgemeingültige Antwort. Es kommt meist erstmal darauf an, WIE mir die Person ihre Meinung sagt und WER es ist.
Ich wäge immer ab, ob mein Gegenüber überhaupt offen ist für andere Ansichten. Wenn ja, ist ein Austausch meist gar nicht verkehrt, denn selbst ist man ja auch nicht unfehlbar. Weiß ich aber, dass der Tipp nur kommt, weil man etwas besser zu wissen meint oder um mich sogar zu ärgern, so kontere ich meist mit Ironie oder verschließe einfach meine Ohren.

Ab und an verunsichern diese Ratschläge nicht nur, sie verletzen auch. Dann bin ich dankbar für meinen Freund und auch für meine Hebamme, die mir wieder die nötige Selbstsicherheit geben.

Nach zwei Monaten Mama Dasein habe ich nun auch mein Vorschwangerschaftsselbstbewusstsein wieder und bin dann auch nicht auf den Mund gefallen.

An dieser Stelle bin ich auch unglaublich glücklich, dass ich eine Freundin habe, die ich gerne um Rat bitten kann, weil ihre Tochter nur vier Monate älter ist als mein Bub. Und diese Freundin erzählt mir dann ganz wertfrei, wie sie es macht oder gemacht hat, ohne von mir zu verlangen, es genauso zu tun. Danke Michelle!

Wie ist es bei euch? Gibt es bestimmte Menschen, die euch immer wieder ungefragt ihre Meinung aufdrücken oder kommt dies nur vereinzelt vor? Wie reagiert ihr?

Schönen Mittwoch!
Lena (die beim Schreiben den Bub in der Trage hat, weil er knatschig ist und ihn nicht schreien lässt)

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2 Kommentare

  • Reply Mimi 28. März 2017 at 12:22

    Hallo Lena,

    danke für den tollen Artikel! Es ist immer gut zu lesen, wie andere Mamas mit solchen Situationen umgehen. Hab das nämlich auch und zwar in direkter Verwandtschaft. Alles wissen die besser…Es nervt. Aber mittlerweile da rein und da raus!
    Alles Liebe euch
    Mimi mit Veronika

    • Reply speckmopsmama 11. April 2017 at 21:43

      Hallo Mimi, ja das scheint die beste Lösung zu sein. Nur leider nicht immer so einfa, wenn der Mund dann schneller antwortet, als der Verstand gearbeitet hat. 😉 Danke für dein Kommentar. LG Lena

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